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Essentialismus im Webdesign

Essentialismus im Webdesign

Erstellt am: 9. Jänner 2023

Reizüberflutung

Möglicherweise sind Sie schon öfter auf Websites unterwegs gewesen und haben sich von den Informationen, Reizen und Ablenkungen erschlagen gefühlt.
Pop Ups, lange Texte mit Wiederholungen und essentielle Infos sind eventuell am Schluss oder auf Anfrage zu erfahren. Fazit: Zeit verloren, kaum was oder gar nichts gewonnen.

Weniger, dafür besser

Dies ist ein Leitsatz des Essentialismus nach McKeown. Seien wir doch mal ehrlich. Wir können nicht in allem gut sein. Das von sich zu fordern, führt meist nur zu Stress und in weiterer Folge eventuell auch zu Enttäuschungen.

Doch was ist uns wichtig? Das herauszufinden ist wohl eines der wichtigsten Ziele im Leben. Was hat Priorität?

Heutzutage spricht man von Prioritäten. In der Mehrzahl. Was schön unseren Zeitgeist von MEHR Wollen, oder Haben zeigt. Dann werden die Prioritäten eingereiht, nicht selten höre ich von 8 Prioritäten oder mehr. Acht! Acht mal Priorität. Da dürfen wir uns schon fragen, ob das Sinn macht. Verzettelt man sich in dieser Liste, bleibt man oft im Mittelmaß, fühlt sich gestresst und reagiert mehr auf äußere Reize, Begebenheiten, Anforderungen, als selbst zu handeln. Die Regisseurin für sein eigenes Leben zu sein klingt doch besser, als die Darstellerin, die von außen gesagt bekommt, was und WIE sie es tun soll.
Doch bleiben wir bei der Homepage.
Eine Website zu erstellen, ist ein riesiges Projekt. Das wissen alle, die das schon mal probiert haben oder es beruflich machen. Essentialistisch gesehen ist es besser, große Fortschritte mit einer Homepage (hier als einseitiger Webauftritt gemeint), als kleine Schritte mit einem vorerst zu groß angelegten Website Vorhaben zu machen. Beim Erstellen mehrerer Seiten braucht man mehr gutes Material, Texte, Bilder. Es dauert länger, all das zu erstellen und einzuarbeiten.  Wenn alles bereits vorhanden, go for it.

Ich plädiere allgemein dazu, schnell zu starten und die Seite dann qualitätsvoll mitwachsen zu lassen. Mehr dazu hier: Meine erste Homepage

Cookie Pop Up:

Wir interessieren uns für ein Thema, beginnen gerade auf der Seite zu lesen und schwups: Cookie Blocker erscheint. Weiterlesen erst nach ein oder mehr Klicks möglich. (Wenn es bei Ihrer Homepage ab zwei Klicks sind, empfehle ich Änderung nach DSGVO).
Lesefluss also gleich gestört und BesucherIn muss sich entscheiden. 
„Alle Cookies zulassen?“- Ja welche eigentlich? Nun alles durchlesen? 
„Nur erforderliche Cookies?“- Wie erwähnt, oft nur über Umwege auswählbar. 
Dabei will der/dieBesucherIn doch einfach die Inhalte lesen.

Sehr oft stelle ich diese Frage: sind diese vielen Cookie Setzungen notwendig? Was ist das Essentielle für diese Homepage oder Website?

Innehalten, nachdenken, Fragen stellen, reflektieren. 
Was ist das Ziel meiner Homepage? Was brauche ich dafür an Tools?
Meine Devise bei PRÄSENT Webdesign ist „Soviel wie nötig und so wenig wie möglich“. Auch bei Tools gilt eine kluge Auswahl als essentiell. Soll ja auch alles richtig eingestellt- und anschließend gewartet werden. Abmahnungen, Strafen, Bußgelder vermeidet man auf diesem Weg auch.

Genutzte Tools auf der Website, meine Hypothese

Ich nehme an, viele brauchen für ihren Onlineauftritt einige der genutzten Tools, Optionen gar nicht. 
Die anderen haben die auch alle? 
Okay, und wieviele werden davon tatsächlich genutzt? 
Lohnt sich das Nerven der Besucherinnen wegen Einsatz von Tools, die Einwilligung bedürfen?

Zahlreiche Unternehmerinnen setzen sich eine Website mit unterschiedlichsten Tools auf und werten die Informationen dann gar nicht aus. In diesem Fall rate ich dazu, sie gar nicht erst zu erheben. Datenerhebung bedeutet ja auch Arbeit mit Sicherung und Verwaltung.

Wenn Auswertung stattfindet: welche Werte werden benötigt und können diese ohne einwilligungspflichtige Dienste erhoben werden?

Was ist für Ihre Onlinepräsenz essentiell und nötig, damit sie Ihnen zuzuarbeiten kann? Was ist überflüssig? 

Kontaktformulare und niemand nutzt sie? 
Mögliches Vorgehen: Mal ohne probieren.

Calendly (oder andere einwilligungspflichtige Tools) und die Leute buchen die Termine auf anderen Wegen? Mal ohne probieren oder klug platzieren.

Google Analytics und das läuft halt unausgewertet mit, weil KollegInnen das empfohlen haben? 

Ein teurer Onlineshop auf einer Website, die kaum Besucher hat?

Cookie Blocker die nur die vom Cookie Blocker gesetzten Cookies blockieren? 
Sie denken ich übertreibe? Alles schon gesehen!

Hier empfehle ich dringend aufzuräumen. Wenn Sie die Homepage Erstellung noch vor sich haben: Glückwunsch! Sie können diese Fehler einfach vermeiden.

Zeit zum Denken, Reflektieren und Erforschen

Leute fragen und zuhören, was deren Bedürfnisse sind. Von sich auf andere zu schließen führt oftmals nicht ans Ziel. Was wollen Ihre (potenziellen) Kundinnen? Was brauchen sie für Infos und Tools, damit sie einen guten Eindruck und niederschwellige Buchbarkeit Ihres Angebots erlangen können.

Keine Zeit, das mittels Weitergabe der Mailadresse erworbene Workbook mit den 25 Fragen wöchentlich durchzuarbeiten? Warum nicht für Sie und Ihre Ziele wichtige Frage nehmen und die Anzahl auf zwei bis drei reduzieren? Diese dann wirklich regelmäßig stellen und zur Routine werden lassen.

McKeown ist der Meinung, dass wir uns stets fragen sollten: „Was ist JETZT wichtig?“ Nicht gestern, nicht morgen. Jetzt. 
Auch nicht was für Kolleginnen oder MitbewerberInnen wichtig zu sein schein, sondern „Was ist für mich und das jetzige Ziel wichtig?“

Eben Erwähnter geht so weit zu sagen: „Fast alles ist unwichtig, während nur sehr wenig wichtig ist.“
Einfach durch die eigene Homepage oder Website gehen und alles streichen, was nicht essentiell ist. Ist die eventuell umständliche Beschreibung des eigenen Angebots wichtig oder kann sie gekürzt werden? Ist das dritte Foto vom gleichen Produkt nötig oder reicht es einmal? Spart nebenbei Datenmenge-> erhöht Schnelligkeit der Seite-> freut die BesucherInnen.
Weniger aber besser auch hier. Klarere Formulierungen, oft gestellte Fragen beantworten. Das kann den Arbeitsalltag ungemein erleichtern, und mündliche Erläuterungen reduzieren.

Innere Klarheit

Innere Klarheit zeigt sich für gewöhnlich im Außen. Wenn Sie genau wissen, wofür Sie stehen und was Ihre Priorität ist, können sie mit Mut dafür einstehen. Den Wert Ihrer Arbeit klar machen und größtmöglichen Beitrag in der Welt leisten. 

Geht es uns nicht insgeheim oft darum? Größtmöglichen Beitrag auf einem ganz bestimmten Gebiet leisten und nicht mehrere Bälle unter vollster Konzentration und Anstrengung in der Luft zu halten und dabei Spielen, Kreativität und Freude hintan zu stellen? Gerade Letztgenanntes ist jedoch sehr wichtig für einen nachhaltigen Erfolg. Denn: wie lange können wir zu vieles jonglieren? Zu welchem Preis und welcher Qualität?

Herausfinden, was wirklich wichtig ist.

Keine Frage: Sinnbildlich eine ganze Klaviertastatur an Möglichkeiten, Fähigkeiten und Interessen zu haben, wird allgemein als hilfreich erachtet. Benötigt die Lieblingsmelodie alle Tasten davon? Ich denke nicht. 

Im Sozialbereich beispielsweise ist man dazu verpflichtet, sich fortzubilden und in Supervision zu gehen. Weiters ist es üblich, alle ein- bis zwei Jahre in Klausur zu gehen, um Gegenbenheiten sowie Situationen zu hinterfragen und sich neu auszurichten. Zeit dafür zu nehmen, sich und das eigene Verhalten ehrlich zu reflektieren und zu verändern, was nicht mehr passt. Dafür braucht es Abstand und Zeit, Entfernung vom Alltagsdruck und den üblichen Tätigkeiten.  Die ist unerlässlich, um qualitätsvolle Arbeit erbringen zu können und dabei gesund zu bleiben.

Bezüglich Entscheidungen kann hilfreich sein, Dereck Silvers „It is either a hell yeah or a no“ im Hinterkopf zu haben. Natürlich soll auch das keine generalisierbare Herangehensweise sein, die immer und jederzeit passt, aber als Impuls für wichtige Entscheidungen eventuell hilfreich ist.

Es gibt so einige Lehrmeinungen und Ansichten, die ich stark hinterfrage und vor einigen warne ich sogar. Bezüglich Website und ihrer Technik gibt es aber eine recht einfache Regel: Es funktioniert oder es funktioniert nicht. Menschen sind unterschiedlich, Lebenswege sind verschieden, so wie Bedürfnisse und Wünsche. Ob jedoch eine Website besucht wird, zu Verkäufen führt, ob Daten ohne Einwilligung weitergegeben werden, umständliche Texte oder schlechtes Design zu Absprüngen führen, ist jedoch einfach messbar. Wenn Technik richtig angewendet wird, funktioniert sie üblicherweise.

Was soll auf die Website?

Wir haben in der Hand, zu entscheiden, was wir auf unserer Homepage oder Website wollen. Was das Ziel ist. Und dann im Hinblick auf letzteres die essentiellen Dinge (rechtskonform) einbauen.
Hier bedacht und mit Strategie vorzugehen, spart auf lange Sicht Zeit und Geld.
UND bezüglich Nachhaltigkeit auch Datenmenge, Geräteleistung und Stromverbrauch.
Eine professionell erstellte Website, die sich auf das Wesentliche konzentriert und Tools schlau nutzt, lädt schnell, was wiederum die Nutzerfreundlichkeit steigert.
Kann gerne hier nachgeprüft werden: https://pagespeed.web.dev/ Einfach Webadresse eingeben und vor allem auf die Ergebnisse für Mobilgeräte achten. Die meisten Menschen surfen heutzutage mit dem Handy.

Eine barrierefreie Homepage inkludiert möglichst alle InteressentInnen und wenn die Seite auch von den Suchmaschinen gefunden wird, wird sie auch mehr besucht.


Fazit: 
Es lohnt sich, gut zu hinterfragen, wo Ihre Ressourcen wie Zeit, Geld und Energie hineinfließen. Investieren Sie in die richtigen Aktivitäten und Tools?

Essentialistisches Webdesign zielt darauf ab, das Leben/die Arbeit einfacher und besser zu machen. Und zwar für die Website BetreiberInnen wie auch die Website BesucherInnen.

Wichtig ist allerdings auch, ständig erneut zu hinterfragen, ob die aktuelle Beschäftigung dem gesetzten Ziel noch dient oder verändert gehört. Dranbleiben lohnt sich auch beim Essentialismus im Webdesign.


Quelle:
McKeown, G. (2021). Essentialismus: die konsequente Suche nach Weniger- Ein neuer Minimalismus erobert die Welt. (6. Auflage). Unimedica

Copyright PRÄSENT Webdesign, Mag. Judith Hammer

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